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Im Rahmen des Protestes gegen das Sizzla-Konzert im U-Club im November 2009 ist eine Videodokumentation entstanden.

Ein weiterer Artikel über die Deutschland-Tour von Sizzla ist bei „exit“ online gestellt.

Offener Brief an die Betreiber des U-Clubs

Liebe Betreiber des U-Clubs,

wir haben mit Interesse eure Stellungnahme „Respect – Dancehall against Discrimination and Intolerance“ zur Kenntnis genommen. Doch es sind nach dem Lesen bei uns noch einige Fragen offen geblieben.

Unglaubwürdig

Es fällt zunächst auf, in welchem Kontext dieses Schreiben erschienen ist. Nicht etwa nach den zahlreichen Protesten bei früheren Konzerten homophober Sänger, sondern erst jetzt nachdem es eine größere Öffentlichkeit gab, sich ein breites Bündnis zum Protest zusammen gefunden hat und die Kampagne „U-Club dichtmachen“ gestartet wurde. Der Druck der Öffentlichkeit hat also das geschafft, was in der Vergangenheit nicht gelang. Wirklich ernst zu nehmen ist das Statement allerdings nicht. Vielmehr soll damit der berechtigten Kritik an der Auftrittspolitik des U-Club und dessen aktive Unterstützung homophober Musiker der Wind aus den Segeln genommen werden, genau wie diverse Künstler den RCA (Reggae Compassionate Act) nur unterschrieben haben, um Auftrittsverboten zu entgehen und nicht, weil sie ihre Einstellung zu Homosexualität geändert haben. Es stellt sich die Frage, warum der U-Club bisher keine Äußerung verlautet hat, obwohl die Kritik durchaus bekannt war.
Das Statement ist eine genauso verzweifelte wie wirkungslose Bemühung die Kritik ins Leere laufen zu lassen wie der Versuch, mit Drohungen den kritischen Blog uclubdichtmachen.blogsport.de sperren zu lassen. Wo bleibt da eigentlich die viel zitierte Meinungsfreiheit, für die hunderte Reggaefans im WZ-Forum gestimmt haben? (mehr…)

Amnesty-Bericht über Jamaika

Zwei Auschnitte aus den Berichten von amnesty international über die Sitaution in Jamaika aus den Jahen 2008 und 2009:

Diskriminierung
Es gab zahlreiche gewalttätige Zwischenfälle, darunter auch Massenausschreitungen, gegen Menschen, die für homosexuell gehalten wurden. Am 8. April umstellte eine Menschenmenge eine Kirche in Mandeville und warf Gegenstände durch ein Fenster an der Rückseite der Kirche. Die Angriffe galten den von der Menge als homosexuell betrachteten Teilnehmern einer dort stattfindenden Beerdigungsfeier. (mehr…)

Wieder da

Vermutlich habt ihr uns über die Feiertage ganz furchtbar vermisst. Hier sind wir wieder. Grund für die Sperrung des Blogs war eine Drohung des U-Clubs mit einer Zivilklage wegen Geschäftsschädigung.
Auf diesem Wege ein kleiner Hinweis an Tilmann und Henning: Wenn ihr uns mitteilt, wie hoch eure finanzielle Verluste durch Besucher*innenrückgang aufgrund der Kampagne sind, dann würden wir uns das mit dem Blog nochmal überlegen. Ehrlich. Täte uns ja enorm leid,wenn ihr Probleme durch uns hättet.
Gleichzeitig versuchen den Blog zu zumachen und eine Kampagne für Toleranz und so zu starten, finden wir allerdings nicht sehr glaubwüdig. Sieht eher so aus als würdet ihr euch der inhaltlichen Kritik entziehen wollen.

Zu der Respect-Kampagne des U-Clubs werden wir uns in Kürze äussern. Ist in Arbeit.

Alltag im U-Club/Warrior Sound

Der U-Club veranstaltet nicht „nur“ alle paar Monate ein Konzert mit einem jamaikanischen Top-Act, der zum Mord an queeren Menschen aufruft. Im U-Club werden jede Woche Songs von Sängern, die für ihre Mordaufrufe bekannt sind, gespielt. Doch nicht nur das, auch explizite Battyman-Tunes4 werden gespielt. Das heißt anders als es vom U-Club zuletzt in seiner Pressemitteilung dargestellt wird1, ist im U-Club sehr wohl Platz für Homophobie und auch für Mordaufrufe gegen schwule, lesbische und queere Menschen.
Und damit niemand glaubt wir würden uns so Vorwürfe einfach ausdenken, wollen wir kurz dokumentieren, dass das U-Club-Publikum sich der ständigen Mordaufrufe durchaus bewusst ist:
„… übrigens werden jeden donnerstag verbal tausende schwule verbal verbrannt im U und keine sau interessierts“
Dies ist eine Bemerkung aus dem U-Club Gästebuch. (mehr…)

vorläufige Nachlese der Sizzla-Tour

Die beiden Konzerte in Wuppertal sind vorbei. Wie zu erwarten war, hat sich der U-Club nicht von einer Absage überzeugen lassen. Laut einem Bericht in der riddim spielte Sizzla auf dem Konzert am Samstag wieder „to the point“. Einen Song in dem (normalerweise) folgende Zeilen vorkommen: „Lesben und Schwule, ich sage, tot sollen sie sein. Ich traue Babylon für keine Sekunde. Ich gehe und erschieß Schwule mit einer Waffe.“
Bei beiden Konzerten gab es vor der Tür des U-Clubs eine Kundgebung. Laut einer Pressemitteilung des U-Clubs beschränkte sich der Widerstand jedoch nicht darauf:
„Nach den bis jetzt unserer Meinung nach konstruktiv verlaufenen Diskussion um die Konzerte von Sizzla Kalonji ist die Situation nun eskaliert. In der Nacht vom 27. auf den 28.11. haben Unbekannte einen Anschlag mit Buttersäure auf den U-Club verübt. Die Säure wurde zwischen 4 und 7 Uhr morgens in die Lüftungsschächte der Räumlichkeiten eingebracht. Außerdem
verschafften die TäterInnen sich Zutritt zum Gebäude, wo sie die für die abendliche Veranstaltung bestimmte Absperrgitter entfernten und in die Wupper warfen. Wir haben für diese Vorgänge die Kriminalpolizei eingeschaltet, die bereits Spuren gesichert hat. Glücklicherweise kann der Schaden bis zum Abend behoben werden, so dass das Konzert stattfinden kann. Wir sind jedoch schockiert und bestürzt über die Gewaltbereitschaft, die in diesen Akten zum Ausdruck kommt! Am Mittwoch Abend wurde bereits unsere Fassade verschmiert, doch mit diesem neuerlichen Ausdruck von Aggressivität wurde eine Grenze überschritten.“

Das „Verschmieren“ der Fassade bestand übrigens darin, dass nun vorm Eingang des U-Clubs in rosa unter anderem der Schriftzug „chichiman pride“ zu lesen ist.
Einen ausführlicheren Artikel zu den Ereignissen rund um die Konzerte wird es noch geben, vorerst nur so viel: Wenn die U-Club-Betreiber es für eine konstruktive Diskussion halten, ein Zusatzkonzert mit Sizzla zu veranstalten, sollten sie sich nicht wundern, wenn andere ihrerseits Buttersäure und Sprühdosen für einen angemessenen Diskussionsbeitrag halten.

Presseberichte:
Buttersäure gegen Sizzla
Sizzla-Konzert gleich zweimal abgesagt
WZ: Umstrittenes Konzert: Säure-Anschlag auf den U-Club

Samstag: Sizzla-Auftritt verhindern!

Nachdem Berlin gestern vorgelegt hat: Kommt alle morgen (Samstag) um 19.00 Uhr zum Robert-Daum-Platz um gegen das Sizzla-Konzert, den U-Club und jegliche Homophobie in Deutschland und weltweit zu demonstrieren.

www.smashhomophobia.blogsport.de

Das sagt die Lokalzeitung:

Mittlerweile taucht das Thema U-Club und Sizzla auch im Lokalteil der Westdeutschen Zeitung auf. Dort gibt es drei kurze Artikel zum Thema und in der online Ausgabe auch eine Abstimmung über das Konzert. Von derzeit 395 abstimmenden Personen finden es 65% o.k., wenn Schwulenhassern eine Auftrittsmöglichkeit gegeben wird. (mehr…)

Proteste gegen Sizzla-Konzert

Gegen das Konzert am nächsten Samstag wird es eine Demonstration geben. Startpunkt ist um 19.00 Uhr am Robert-Daum-Platz. Die Demonstration endet vorm U-Club. Dort ist ab 20.00 Uhr Einlass für das Konzert, welches um 22.00 beginnen soll.
Zum Robert-Daum-Platz kommt ihr vom Hauptbahnhof am Besten mit der Schwebebahn (zwei Stationen).

Auch gegen das Konzert an diesem Mittwoch wird es Proteste geben. Infos gibt es auf Indymedia
Treffpunkt für die Proteste am Mittwoch ist entweder auf dem Sperrmüllfest in der Brunnenstraße (Ölberg) oder direkt vorm U-Club ab 19.00 bzw 20.00 Uhr.

Neuste Entwicklungen

Zusatzkonzert von Sizzla im U-Club -
Auf der Bühne des U-Clubs werden nachweislich Battyman-Tunes gesungen

Auch in Berlin gibt es wie gegen das Konzert im Wuppertaler U-Club mittlerweile Aktivitäten gegen den Auftritt von Sizzla. Im Wuppertaler U-Club ist ein Zusatzkonzert am 25.11.09 – also vor den regulären Terminen in Deutschland – geplant!!!!

Auch der U-Club selbst hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Darin geben sie selber zu, dass es ein massives Problem mit Homophobie und Sexismus gibt. Sie gehen sogar soweit, dass sie sagen ohne homophobe Künstler einzuladen, könnten sie gar keine Reggae und Dancehall-Partys veranstalten. So viel also zu dem Vorwurf, wir würden ungerechtfertigter Weise die Raggae-Szene als homophob diskreditieren:
„(…) Natürlich sehen wir die angesprochene Problematik. Um jedoch unter den gegebenen Umständen überhaupt weiterhin Reggae- und Dancehallkonzerte und Parties machen zu können, müssen wir (in diesem Fall: wir alle, die deutsche Dancehallszene: Künstler, Veranstalter und Publikum!) Alternativen zum Auftrittsverbot finden.(…)“
Weiteres Highlight der Presseerklärung: (mehr…)



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