U-Club dichtmachen! http://uclubdichtmachen.blogsport.de Fight Homophobia Sun, 25 Jul 2010 11:59:56 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Flyer vorm Festival verteilt http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/25/flyer-vorm-festival-verteilt/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/25/flyer-vorm-festival-verteilt/#comments Sun, 25 Jul 2010 11:57:21 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/25/flyer-vorm-festival-verteilt/ Wie auf dem Blog „fight homophobia“ berichtet wird, wurden gestern vorm Eingang des Ruhr-Reggae-Summer Flyer mit der Kritik am RRS verteilt:

„Mit Transparent und rund 1000 Flyern wurde heute im Eingangsbereich des Ruhr-Reggea-Summer Festivals auf deren Programm mit einschlägigen homophoben Reggae-Künstlern hingewiesen.
Es gab Reaktionen die von Erschütterung über die Infos, über „hab ich ja noch nie so gesehen“ oder „Habt ja recht, aber…“, bis hin zu blöden Sprüchen, homophoben Äußerungen und in Szene gesetztem Flyer-zerreißen reichten. Leider haben die homophoben Reaktionen und das Desinteresse an der Kritik überwogen, wobei zahlreiche Leute sich die Texte interessiert durchgelesen haben. Außer den üblichen homophoben Äußerungen blieb die Aktion ruhig. Sogar Tillman Rudorf (Betreiber des Wuppertaler U-Clubs und Veranstalter des RRS ) kam vorbei, um sich über den ersten Satz des Flyers zu beschweren. Wegen diesem Satz hatte er sich zuvor schon bei den Server-Betreiber*innen dieses Blogs beschwert. Eine ähnliche Beschwerde von den U-Club-Betreiber*innen, gab es auch schon gegen den Blog der Kampagne „U-clubdichtmachen“.

Wenn Besucher*innen des Festivals, die sich als antihomophob verstehen, über Reaktionen, Vorfälle und die Stimmung auf dem Festival berichteten, freuten wir uns sehr, wenn die Texte zu uns geschickt würden. “

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Capleton tritt am Sonntag auf dem Ruhr-Reggae-Festival auf http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/23/capleton-tritt-am-sonntag-auf-dem-ruhr-reggae-festival-auf/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/23/capleton-tritt-am-sonntag-auf-dem-ruhr-reggae-festival-auf/#comments Fri, 23 Jul 2010 16:29:05 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/23/capleton-tritt-am-sonntag-auf-dem-ruhr-reggae-festival-auf/ Ein offizielles Programm gibt es auf der Festivalhomepage immer noch nicht. Doch laut einer angeblich offiziellen Running Order, welche im Forum des Festivals gepostet wurde tritt Mr.Vegas am Samstag ab 14.00 auf und Capleton am Sonntag ab 20.30

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Capleton soll auf dem Ruhr-Reggae-Summer auftreten http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/16/capelton-soll-auf-dem-ruhr-reggae-summer-auftreten/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/16/capelton-soll-auf-dem-ruhr-reggae-summer-auftreten/#comments Fri, 16 Jul 2010 19:58:32 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/16/capelton-soll-auf-dem-ruhr-reggae-summer-auftreten/ Auf der Homepage des Festivals selber ist er nicht angekündigt. Aber auf zahlreichen anderen Reggae-Seiten wird ein Auftritt von Capleton auf dem Ruhr-Reggae-Summer angekündigt. Er spielte bereits Anfang des Monats auf dem Summerjam in der Nähe von Köln.
Capleton singt unter anderem:

„Wenn du nicht auf Mädchen stehst, wird dein Kopf auf die Straße rollen.“

aus Pior Sadam

„Alle Schwulen und Lesben sollten getötet werden.“
aus Give Har

„Du solltest wisen, dass Capleton Arschficker verbrennt. Das selbe Feuer wird gegen Lesben angewand. Sag, ich verbrenne alle solange ich weiß, dass sie schwul sind.“

aus Give Har

„Verbrenn eine Tunte. Lass eine Tunte verbluten.“

Die Besprechung einer DVD mit Live-Auftritten von ihm ließt sich in einem Reggae-Magazin folgendermaßen: „(…) Die ständigen Battyboy und Chichiman Verbrennungen nerven einfach nur noch und stellen die eigentlichen Inhalte seiner Texte völlig in den Hintergrund. Als müsste er seine Hatelyrics in der Hauptstadt der Homosexualität doppelt so oft von sich geben um alles „Böse“ um ihn herum zu vernichten steigert sich Capleton im Verlauf des Konzerts immer weiter in simple und flache Klischees und Vorurteile rein. Ich will keine toten Schwulen in jedem zweiten Satz, ich will so ausgefeilte und intelligente Lyrics wie bei der Acapella Version von „Stay Far“/“Universal“, die für mich den Höhepunkt des Konzerts darstellt (…)“

In Interview begründet er seine Texte mit der Natur, die nur Heterosexualität vorsehe und der Bibel, die Homosexualität verbiete. Der Kampf gegen Homosexualität ist für ihn verbunden mit dem Kampf gegen Babylon. Denn ohne Babylon gäbe es laut Capleton keine Homosexualität auf Jamaika. Gegenüber anderen Interviewern sagte er: „Homosexuality is „against humanity. It´s against your mother, it´s against you father…““
Genau wie Sizzla singt er also nicht nur irgendwas daher, was die Leute hören wollen, sondern ist davon überzeugt eine Botschaft zu haben, die er mit seiner Musik verbreiten will.

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Ruhr-Reggae-Summer in Mülheim/Ruhr http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/16/rehr-reggae-summer-in-muelheimruhr/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/16/rehr-reggae-summer-in-muelheimruhr/#comments Fri, 16 Jul 2010 16:55:24 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/16/rehr-reggae-summer-in-muelheimruhr/

„Three Days of Love, Peace and Music“ versprechen die Veranstalter des „Ruhr-Reggae-Summer“ (23. bis 25.07.2010) in Mülheim an der Ruhr. Doch was hat Reggae mit „Love and Peace“ zu tun, fragen wir uns angesichts der vielen Reggae-Künstler*innen, die auf der Bühne Frauenfeindlichkeit und Schwulenhass performen. Es gibt zahlreiche Reggea- und Dancehall-Sänger, die auf der Bühne zum Ermorden und Lynchen schwuler, lesbischer und queerer1 Menschen aufrufen. Doch es geht nicht nur um diese Hassprediger, die davon singen, Schwule zu erschießen und propagieren, dass Sex nur als heterosexueller Penetrationssex2 stattfinden darf, sondern um ein grundlegendes Problem von Reggae-Songs und Reggae-Kultur. Doch dazu später – denn einer dieser Hassprediger spielt am nächsten Wochenende auf dem Ruhr Reggae Summer: Mr. Vegas.

Wie Sizzla, Capleton und andere Sänger, ruft auch Mr.Vegas zum Mord an Schwulen auf.3 Häufiger geht es bei ihm jedoch darum, Heterosexualität als einzige mögliche und legitime Form der Sexualität darzustellen. So spricht er Frauen die Fähigkeit ab miteinander Sex zu haben zu können.4 Diese Heteronormativität5 geht einher mit einem extrem frauenfeindlichen Sexismus. So singt Mr. Vegas in „Dont´t Stop“ z.B.: “So come on, every guy, grab a girl.“ Grab bedeutet sich etwas nehmen. So ist „to grab a beer“ ein häufig verwendeter Ausdruck für „sich ein Bier aus dem Kühlschrank nehmen“. In dem Lied werden Frauen als etwas Konsumierbares dargestellt, als etwas, was Mann sich nehmen kann, ohne nach Zustimmung zu fragen. Soll so ein sexistischer und homophober6 Typ wirklich abgefeiert werden?

Dass mit Mr. Vegas ein Sänger, der gegen schwule, lesbische und queere Menschen hetzt, auf dem „Ruhr Reggae Summer“ auftritt, ist nicht verwunderlich. Denn Veranstalter des „Ruhr Reggea Summer“ sind Tilmann Rudorff und Henning Schmalenbach von U-Concert, die Macher des Wuppertaler U-Clubs. Der U-Club erlangte bundesweite Berühmtheit als Club, in dem in den letzten Jahren regelmäßig die „größten“ Propagandisten des Hasses gegen Schwule aufgetreten sind. Seit dem Herbst 2009 sieht sich der U-Club vermehrt öffentlichem Druck ausgesetzt, u.a. durch die Kampagne „U-Club dichtmachen“. Nachdem es in den Jahren zuvor immer wieder Proteste gegen Konzerte gab, sahen sich die Macher des U-Clubs nun zum ersten mal gezwungen, öffentlich Stellung zu beziehen. Aus ihren Stellungnahmen lässt sich jedoch nur eine Beschwichtigungspolitik und kein klarer Standpunkt gegen Sexismus und Homophobie erkennen. Dies bestätigt sich auch durch ein Open-Air-Konzert mit Sido und Harris in Wuppertal und der Auftritt von Mr.Vegas auf dem „Ruhr Reggae Summer“. Aufgrund langjähriger Erfahrungen ist auch davon auszugehen, dass auf diesem Festival von den Soundsystems Battyman-Tunes7 und andere homophobe Songs aufgelegt werden.
„Andere homophobe Songs?“
Ja, denn Homophobie beginnt nicht mit dem Aufruf zu Mord an Schwulen. Ein solcher ist nur die absolute, unerträgliche Spitze. Homophobe Songs sind auch solche, in denen Homosexualität ausdrücklich als schlecht, minderwertig, unnatürlich abgelehnt wird. Homophobe Songs sind z.B. auch solche, in denen der Sänger – wie Mr. Vegas – behauptet, dass nur Männer Frauen befriedigen können. Homophobe Songs sind auch solche in denen „schwul“ und ähnliche Wörter „nur“ zum Dissen anderer Künstler*innen benutzt werden, denn auch hierin liegt eine Bewertung von Homosexualität als etwas Negatives – sonst würde das Wort nicht als Diss taugen.

Genau wie homophobe Lieder eine große inhaltliche Spannbreite haben, ist auch Homophobie jenseits der Bühne extrem vielfältig. Von der Benutzung des Wortes „schwul“ als Schimpfwort, über das Lustig-machen über (vermeintliche) Schwule bis hin zu körperlichen Angriffen ist die gesellschaftliche Ablehnung von Homosexualität und Homosexuellen deutlich spürbar. Im angeblich fortschrittlichen Deutschland finden tagtäglich in unterschiedlicher Ausprägung antischwule und antilesbische Äußerungen und Angriffe statt. Dieses gesellschaftliche Klima führt dazu, dass schwule, lesbische und queere Menschen nicht so offen wie Heterosexuelle leben können. Mit dem Partner auf der Straße Händchen zu halten, ist für die meisten Männer keine Selbstverständlichkeit, da sie sich dadurch negativen Reaktionen aussetzten. Dies beginnt bei Blicken, die besagen „Das ist doch anormal!“, geht über Getuschel und verbaler Anmache bis hin zu körperlichen Angriffen. Das dies das Leben von Menschen beeinflusst ist schlimm genug, führt in vielen Fällen jedoch zu Depressionen und Suizid(versuchen). Auch Mord an schwulen, lesbischen und queeren Menschen ist gesellschaftliche Realität.

Entgegen der Selbstwahrnehmung ist auch innerhalb der deutschen Reggae-Szene Homophobie stark verbreitet. Diese reicht von der allgemeinen gesellschaftlichen Homophobie bis hin zu speziellen Argumentationsmustern wie der Imagination einer übermächtigen Schwulen-Lobby. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit bzw. Distanzierung von Homophobie findet sich beim Lesen der einschlägigen Foren, Blogs und Zeitschriften kaum. Selbst Augenzeugenberichte von Übergriffen auf Reggae-Partys werden als Gerüchte oder Lügen dargestellt, um sich und die Szene weiterhin als Opfer der Schwulen-Lobby begreifen zu können. Der Aussage „Ich hab nichts gegen Schwule“ folgt meist im nächsten Satz die Feststellung, dass das aber „unnatürlich“ und/oder „ekelig“ sei. Ein konsequentes Angehen von Homophobie im Reggae, dass dazu führen würde nicht auf die Konzerte von Sizzla zu gehen, nicht den neusten Tune von Capleton aufzulegen oder nicht auf der selben Bühne wie Buju Banton aufzutreten, ist uns bisher kaum begegnet. Daher kann es bei einer Kritik an homophoben Reggae nicht nur um Jamaika und jamaikanische Künstler*innen gehen, sondern besonders darum, dass zehntausende Menschen diese Leute hier abfeiern. Jedoch ist es kein Zufall, dass Homophobie gerade in Reggae-Songs so oft präsent ist. Denn Homophobie ist Teil der Rastafari-Religion.8 Daher sind nicht nur einzelne Sänger*innen das Problem – auch wenn deren Hass nicht durch deren Herkunft zu rechtfertigen ist, da jede*r für sein Handeln selbst verantwortlich ist. Nicht nur für die Ursprünge des Reggae war Rastafari relevant. Die Inhalte vieler Songs und auch die Reggae-Kultur jenseits der Lieder, z.B. Kleidung und Frisuren sind eng mit der Rastafari-Religion verknüpft. Einer Religion, die einem Gott huldigt, der laut seinen Anhängern nicht möchte, dass Menschen gleichen Geschlechts Spaß miteinander haben, der nicht möchte, dass Menschen individuelle Entscheidungen treffen, sondern sich so verhalten wie es das Kollektiv von ihnen verlangt. Ein Gott der nicht will, dass die Menschen da wo sie sind für ein gutes Leben für alle streiten, sondern in Hoffnung auf ein fernes „Back to Africa“ oder „Zion“ leben. Daher sind nicht nur die offenen propagierten Todesdrohung gegen Menschen, die nicht der sexuellen und geschlechtlichen Norm entsprechen, abzulehnen. Jedes Preisen von „Jah“ auf der Bühne ist Teil der Ideologie, die dazu führt dass Männer aufgrund von „femininem“ Aussehen gelyncht werden.

Angesicht dessen, dass auf dem Reggae-Summer-Festival mindestens9 ein Künstler spielt, der gegen schwule, lesbische und queere Menschen hetzt, verstehen wir nicht, dass 1live das Festival sponsert. Angesicht dessen, dass zu erwarten ist, dass von den Soundsystems Battymann-Tunes und andere homophobe Songs aufgelegt werden – denn diese Songs sind oft die, die den meisten Forward kriegen und laut Aussage mehrerer DJs ist es aufgrund der Vielzahl der Songs bei denen zumindest am Rande homophobe Äußerungen enthalten sind, kaum möglich keine aufzulegen – verstehen wir nicht warum die Städte Mülheim und Oberhausen Gelände für das Festival zu Verfügung stellen. 1live zeigte bisher eine besondere Ignoranz gegenüber der Hasspropaganda. Präsentierte der Radiosender doch sowohl in diesem wie auch in den letzten Jahren auch den Summerjam, wo allein in diesem Jahr mit Capleton, Shabba Ranks und Mr.Vegas mindestens drei Sänger auftraten, die den Mord an schwulen Menschen abfeiern.
Wir erwarten sowohl von 1live als auch von den Städten Mülheim und Oberhausen, dass sie Verantwortung für ihre Unterstützung der Propagierung von Sexismus und Homophobie übernehmen und Stellung dazu beziehen!

  1. Genauer gesagt nur im Schema männlicher-Mann-fickt-ausschließlich-weibliche-Frau. [zurück]
  2. „ChiChiMan burn them all“ aus Nah Promote – Warum dies mehr als eine harmlose Metapher ist, wird im Aufruf von http://uclubdichtmachen.blogsport.de erklärt [zurück]
  3. Z.B. in „Cocky she want“ „a girl never can fuck you“ . Das Zitat bezieht sich auf Lesben. [zurück]
  4. Dies bedeutet, dass Heterosexualität als gesellschaftliche Norm gesetzt wird. Die Grundannahme ist, dass jede Person heterosexuell ist. Alle anderen werden als Abweichung angesehen und sowohl unsichtbar gemacht, als auch durch subtilen oder offenen Zwang zur Heteronormalität gedrängt. Dies beinhaltet auch, dass alle Menschen entweder eindeutig Frau oder eindeutig Mann sein müssen. [zurück]
  5. Homophobie: Jegliche Abwertung von „gleichgeschlechtlicher“ Liebe und Sexualität. Dies beinhaltet oft auch eine Abwertung vom Menschen, die nicht den weiblichen und männlichen Normen entsprechen. [zurück]
  6. Ausdruck für Reggae- oder Dancehall-Songs, in denen zum Mord an nichtheterosexuellen Personen aufgerufen wird oder dieser als positiv dargestellt wird. [zurück]
  7. Wie fast alle Religionen. [zurück]
  8. Auch Ganjaman hat sich in Interviews homophob geäußert. [zurück]
  9. Wir benutzten das Wort für Menschen, deren Geschlecht und/oder Begehren von der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm abweicht. [zurück]

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http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/07/16/rehr-reggae-summer-in-muelheimruhr/feed/
Kommentare http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/03/07/kommentare/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/03/07/kommentare/#comments Sun, 07 Mar 2010 16:48:17 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/03/07/kommentare/ Hier erscheinen so wenig bis gar keine Kommentare, da wir uns entschlossen haben kein Forum für Homophobie zu bieten und deshalb homophobe Kommentare nicht freischalten. Kommentare, die nicht homophob sind, sind auf dieser Seite eine echte Seltenheit. Positives Feedback gibt es trotzdem. Allerdings eher auf anderen Seiten. Damit diese mal sichtbarer werden, zitieren wir hier ein paar Kommentare zu einem Bericht über unsere Kampagne auf houseofreggae:

# b.akunin schrieb am 20. Dezember 2009:

wie immer, wenn einem/r nix mehr einfällt, wo ja schon vorher nix war. die bösen linken wollen den ignorantInnen den spaß verderben. texte und inhalte ja nicht wichtig, hauptsache spaß. ein schlechter scherz allerdings und spaß aber, der andere, hier schwule menschen, mit dem leben bedroht oder diese selbiges kostet. stelle 3 schwule hintereinander, dann brauchst du nur 1 kugel oder die forderung nach der südafrikanischen “halskrause”, einem brenneden reifen um den hals, zeugen von einer menschenverachtenden ideologie, die im besonderen vor historischen hintergrund in diesem lande, nicht hingenommen werden kann. den betreibern des u-clubs scheinen die profite eher wichtiger zu sein als emanzipatorische und solidarische politik und kritik. wer mit dem feuer spielt, muß die konsequenzen tragen. wir begrüßen diese kampagne, damit endlich eine auseinandersetzung stattfindet über inhalte, die sich in mancher leutes ach so kleinem hirn verfestigen. reggae als musik mag ich durchaus, spiele selbst in einer balkan-klezmer-reggaeska usw. kapelle, die lyrics des herkömmlichen jamaicanischen reggaes lassen aber neben homophoben inhalten oft auf eine patriachale verankerung blicken. neulich kam ich mit einem whitiedread über diese themen in s gespräch, der meinte, analverkehr entspräche nicht der fortpflanzung. ein biologistischer, katholisch-fundamentalistischer erklärungsansatz, der auch die faschistische ideologie im sinne der national-deutschtümelnden geburtensteigerung, frauen als gebärmaschinen, tangiert. one love – nein danke.
rassistInnen, sexisten und homophoben einen tritt in den arsch und keinen platz auf irgendeinem podium, stattdessen selbstbestimmung über sexualität und einem solidarischen leben hand in hand.

Cookie schrieb am 14. Januar 2010:
zur sogenannten “freien Meinungsäußerung” ein kleines Beispiel:

Angenommen Ich hätte morgen mit meiner Band einen Auftritt, die Leute mögen meine Musik, haben sich aber zum größten Teil nicht bewusst mit meinen Texten auseinandergesetzt. Wäre es deiner Vorstellung nach dann völlig in Ordnung, wenn ich davon singen würde, Hitler möge wiedergeboren werden und sein Werk vollenden und am besten noch dazu aufrufe, an seine Stelle zu treten und es selbst zu tun?

Wenn deine Antwort ja ist, dann bist du entweder selbst rechtsradikal, sympatisierst mit Rechtsextremen, oder hast zumindest eine erschreckend gleichgültige Meinung über Völkermord und Antisemitismus.
(Letztere Gleichgültigkeit im Bezug auf zahlreiche Themen, ist auch der Grund, warum Aktionen wie der U-Club Boykott LEIDER!!! viel zu inkonsequent umgesetzt werden)

Sollte deine Antwort aber nein sein, dann erwarte ich eine gewisse Konsequentheit in diesem Standpunkt.
Es GIBT ein Recht auf freie Meinungsäußerung, aber man muss sich nur die ALLERersten artikel des grundgesetzes durchlesen, um zu wissen, dass dieses Recht limitiert ist. Niemand hat das Recht, in Deutschland rassistische, homophobe oder sexistische Parolen und Mordaufrufe zu verbreiten, mit vollem Ernst und Bewusstsein der Realitätsnähe (daher die Beispiele im Blog).

NIEMAND überträgt hier ein Statement auf eine gesamte Szene. Unter den Leuten, die den Boykott organisieren, sind diverse Reggae/Dancehall Fans, deren Anliegen es in keinem Fall ist, die jeweilige Szene zu zerstören. Ich war selbst beim Protest gegen das Konzert von Sizla und für die, die es nicht wissen:
Die Demonstranten haben einen LKW mit Generator anfahren lassen und über diesen eine eigenes Alternativ-Konzert mit Improvisations-Reggae, Ska und Dancehall veranstaltet. Textlich bewegte sich das ganze aber auf eine freundlichen Einstellung gegenüber jeder Rasse, jedem Geschlecht und jeder sexuellen Orientierung.

Durch diesen Protest sollte auch klar sein, dass wir versucht haben, den Veranstalter zu überzeugen, er möge den Auftritt absagen. Mehrfach!!!
Es kann nicht der Sinn einer so schönen Musikrichtung sein, gegen bestimmte sexuelle Orientierungen, Rassen oder Geschlechter zu hetzen und zum Mord derer aufzurufen.

Doch leider hat der liebe Herr Veranstalter nicht bzw ignorant reagiert. Er kann Geld verdienen und der Rest ist ihm egal.

Und JETZT!!! kommt erst der Boykott ins Spiel.
Er reagiert nicht auf Statements VOR dem Konzert,
er reagiert nicht auf Proteste DIREKT am U-Club zur Zeit des Auftritts, also gehts zum nächsten Schritt:
ein aktiver Aufruf zum Boykott!

Das Ziel dieses Boykott kann total verschieden aussehen:

-Schließung des U-Clubs (Konsequenz aus langer Ignoranz)
-neues Konzept unter neuer Leitung (Spaß=JA, Menschenrechtsverletzung=NEIN!)
-Einsicht seitens des Veranstalters und künftige Absage, vergleichbarer Events.

Interessant fand ich auch die These, dass die Linke Szene nicht viel anders sei.
Also ich bin selbst in der Musikszene aktiv und will nicht wissen, was das Stammpublikum in antifaschistischen Clubs und Kneipen tun würde, wenn ein Faschist bei ihnen auftreten würde.
Leute, die so einen Boykott organisieren sind in ihren Prinzipien sehr konsequent, da könnt ihr sicher sein.

Guten Abend liebe Reggae-Freunde,
Cookie

# Brandy schrieb am 17. Januar 2010:

Ich bin vom U-Club sehr enttäuscht, dachte immer die Betreiber vom U Club und Chilli Royal sind der linken Szene zu zuordnen. Aber diese Haltung scheinen die Betreiber nicht zu haben. Bin mal gespannt, wann bei den anderen Veranstaltungen im U – Club Musik von irgendwelchen scheiß Nazi Bands gespielt wird und das hingenommen wird. Scheint ja auch ein Markt zu sein. Ich gehe auf jeden Fall nicht mehr in diesen Laden und versuche andere zu überzeugen, den Club zu boykottieren.

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http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/03/07/kommentare/feed/
Bericht von der Podiumsdiskussion in der Kulturbrauerei am 23.02.2010 http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/27/bericht-von-der-podiumsdiskussion-in-der-kulturbrauerei-am-23-02-2010/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/27/bericht-von-der-podiumsdiskussion-in-der-kulturbrauerei-am-23-02-2010/#comments Sat, 27 Feb 2010 14:55:21 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/27/bericht-von-der-podiumsdiskussion-in-der-kulturbrauerei-am-23-02-2010/ Wer bisher an die Möglichkeit eines konstruktiven Dialogs geglaubt hatte, wurde wohl enttäuscht. Wir haben nicht dran geglaubt und trotzdem einen Korrespondenten hingeschickt. Wer bisher dachte, ein konstruktiver Dialog scheitere an den Verteidigern schwullesbischer Lebensweisen, konnte eines Besseren belehrt werden – wenn er denn unbefangen genug der „Diskussion“ folgte. Ein Abend an dem von Vertretern der Reggae-Community wiedermal über die angebliche „Mentalität“ der Jamaikaner gesprochen wurde und vermittelt wurde, dass nicht Homophobie, sondern Homosexuelle das Problem sind.

Es waren ca. 150 Leute da, darunter auch die jamaikanische Botschafterin.

Auf dem Podium saßen:
Klaus Maack (Konzertveranstalter/Contour Music, hat in den letzten Jahren diverse Touren von umstrittenen Sängern in Deutschland organisiert)
Eddy Brown (Musikagent, Tourneeveranstalter aus London; hat den ersten RCA mit entworfen)
Ulli Gülder (Journalist, schreibt in der Riddim)
Volker Beck (Sprecher der grünen Bundestagsfraktion für Menschenrechte)
Klaus Jetz (Geschäftsführer beim LSVD)
Moderation: Andreas Freudenberg (ehemaliger Geschäftsführer der Werkstatt der Kulturen)

Vor weg zum Moderator: Es kam seinem Job nicht wirklich nach. Er hatte die Diskussion und vor allem den cholerischen Klaus Maack nicht im Griff. Auch erschien seine Positionierung ein wenig einseitig: Die Frage nach konstruktiven Vorschlägen ging zumeist in Richtung der Vertreter der Menschenrechtsposition. Kritische Nachfragen, ob es für die Diskussion konstruktiv sei immer wieder Sizzla und andere einzuladen gab es von ihm nicht. Auch sprachlich unterliefen ihm einige Fauxpas: Zu Beginn der Veranstaltung redete er bereits von Menschen verschiedener Rassen, als ob er als ehemaliger Leiter der Werkstatt der Kulturen noch nie etwas über diesen Begriff gehört hätte. Dieser unaufmerksame Sprachgebrauch setzte sich fort, als er – nachdem diverse Leute (u.a. Klaus Maack und die jamaikanische Botschafterin) die Existenz homophober Gewalt auf Jamaika geleugnet hatten –sagte, man müsse schon feststellen, dass es auf Jamaika ein Problem mit Homosexuellen gäbe. Jedenfalls ist es wünschenswert, dass es sich hierbei lediglich um eine sprachliche Unaufmerksamkeit und nicht um seine politische Einschätzung der Situation handelte.

Auch ansonsten waren die Rahmenbedingungen „optimal“ für eine konstruktive Diskussion. Das Publikum bestand zu 2/3 aus einer Reggaecommunity, die nichts hören wollte, was nicht in ihr Weltbild passt. Zu diesem Zweck wurde gebuht, dazwischen geredet und unangenehme Stimmung verbreitet. Doch getopt wurde dieses Verhalten von Klaus Maack, der es nicht einmal schaffte das erste Eingangsstatement ohne Zwischenruf und Unterbrechung auszuhalten. Dieses Verhalten setzte sich fort, so dass als Fazit der Veranstaltung jedenfalls festzuhalten ist, wer zukünftig kein Gesprächspartner sein sollte: Klaus Maack.

Nicht nur seine Unfähigkeit andere reden zu lassen, hat ihn disqualifiziert, sondern auch seine eigenen Statements. Zu den Highlights gehörten sicher die Äußerung „Ich bin nicht schwul und das ist gut so.“, seine persönliche Verschwörungstheorie, es hätte nur eine Kampagne gegen die Sizzla-Tour gegeben, um politischen Druck im Bundestag und Bundesrat für die Initiative zum Art.3 GG1 zu erzeugen und seine latent rassistischen Äußerungen nach denen mensch als Europäer, die Jamaikaner „erziehen“ müsse – die Jamaikaner also den Status von Kindern haben, die halt noch einiges lernen müssen und nicht von gleichwertigen Subjekten in einer politischen Auseinandersetzung.

Sowohl die Sänger als auch die Konzertagenturen sind für Klaus Maack hilflose Opfer einer übermächtigen Schwulenlobby, die sogar mit so unlauteren Mitteln wie der Einschaltung von Medien arbeitet. Sinngemäß sagte er, ein Künstler wie z.B. Sizzla könne sich nicht wehren, da er nach der Tour wieder weg sei (als gäbe es keine internationalen Kommunikationsmittel und Medien), weil er keine Plattenfirma habe (immerhin hat er Tourveranstalter wie Klaus Maack und irgendwer sorgt wohl auch dafür, dass mensch die Musik hier kaufen kann) und keinen rechtlichen Beistand (dabei wird sowohl in der Riddim als auch auf vielen Reggae-Homepages immer so getan, als lebe Halb Jamaika vom Geld der Reggae-Stars, die zahlreiche Jugendprojekte und anderes sponsern. Und da soll kein Geld für einen Anwalt drin sein?). Diese Täter/Opfer-Umkehr erscheint absurd angesichts dessen, dass es sich bei Reggae-Konzerten in Deutschland ja nicht um Nonprofit-Events handelt, sondern um kapitalistische Unternehmungen3 – soll heißen die Künstler, die Clubs, die Veranstalter verdienen Geld damit. Warum Aktivisten, die aus ihrer politischen Überzeugung heraus gegen die Konzerte protestieren, mehr Geld für Medienkampagnen und Rechtsbeistand haben sollten, ist mir völlig schleierhaft.

Ein weiterer Schwerpunkt von ihm war es allen anderen Lügen vorzuwerfen. Dies gilt besonders für alle Personen, die über Gewalt gegen Schwule berichten, darunter insbesondere J-Flag2. Informationen von J-Flag sei nicht zutrauen, da es eine „Lobbyorganisation“ sei und (in Richtung Volker Beck geäußert) „von ihresgleichen“. Als eine Person aus dem Publikum äußerte, sie sei entsetzt über die fehlende Empathie der Vertreter der Musikindustrie auf dem Podium und von einer internationalen Konferenz von schwullesbischen Gruppen (ILGA) berichtete auf der ein Jamaikaner unter Tränen berichtete, wie er hilflos zugucken musste als ein Freund von ihm von einem Mob durch die Straße gehetzt und umgebracht wurde, tat Klaus Maack dies erneut als unwahren Bericht ab. Es gäbe keine homophoben Morde auf Jamaika und keine Mobgewalt gegen Schwule.

Volker Beck verblieb nichts anders als Zynismus, nachdem auch die jamaikansiche Botschafterin jede Bedrohung und Gewalt geleugnet hatte, und erklärte, dass er auch schon häufiger gelesen hätte, dass alle Morde an Schwulen auf Jamaika von Schwulen begangen worden sein, da es wohl die Mentalität der Schwulen an sich und insbesondere auf Jamaika wäre sich gegenseitig umzubringen.
Die Botschafterin hatte zuvor erklärt, dass es auf Jamaika kulturell unüblich sei auf der Straße Händchen zu halten und zu knutschen. Und nach ihrer Ansicht machen dies schwule Männer wohl zu häufig, wodurch sie dann eben Ärger provozieren. Wer schon einmal Aufnahmen von Dancehall-Partys auf jamaikansichen Straßen gesehen hat, wird festgestellt haben, dass dort ein wenig mehr „kulturell üblich“ ist als Händchen halten. Auch Gesetze, die sich gegen Homosexuelle richten, gibt es nach Ansicht der Botschafterin nicht, auch dies lediglich ein „Missverständnis“. Das wiederum dürfte ärgerlich sein für all jene, die doch diese Strafgesetze immer wieder als Rechtfertigung für homophobe Musiker heranziehen und es aufgrund des Strafrechts für unzumutbar halten von Künstlern eine öffentliche Distanzierung von Homophobie zu fordern.

Neben all dieser Relativierung der Homophobie an sich und gewalttätigen Homophobie im Besonderen, ging es um den „Reggae Compassionate Act“ (RCA). Denn Volker Beck und Klaus Jetz wiesen bei der Frage nach konstruktiven Lösungen daraufhin, das es ja mal eine Vereinbarung gegeben hätte, diese von allen Künstlern gebrochen wurde und nun ja nicht erwartet werden könne, dass mensch als Lösung anbietet genau dasselbe zu wiederholen. Das der RCA gebrochen wurde, wurde zuerst von Klaus Maack durch reines „alles Lüge“ zurückgewiesen. Zu einem späteren Zeitpunkt konnte geklärt werden, warum Klaus Maack, Ulli Güldner und Eddy Brown meinen, dass die Vereinbarung nicht gebrochen worden sei. Sie erklärten, der Act sei immer nur für Europa gemeint gewesen und hätte nie eine Aussage für USA und Jamaika enthalten. Volker Beck wies zu Recht darauf hin, dass der Wortlaut des RCA etwas anderes besage, aber dies ließen die „Experten“ nicht gelten – schließlich sind nur sie es, die wirklich Ahnung haben und zudem sei zumindest Eddy Brown an dem Entwurf beteiligt gewesen. (Auch unter der Prämisse die Erklärung gelte nur für Europa, wurde sie von einigen gebrochen, aber dies nur am Rande.) Da aufgrund der Stimmung keine wirkliche Diskussion, sondern nur ein Schlagabtausch möglich war, konnte leider nicht thematisiert werden, ob dies denn Sinn macht: Eine Erklärung, in der es heißt „Artist of the Reggae-Community respect and uphold the rights of all individuals to live without fear of hatred ans violence due to their religion, sexual orientation, race, enthnicity or gender. (…)…, but it must be clear there´s no space in the music community for hatred and prejudice, including no place fore racism, violence, sexism and homophobia. (…) solle nur für eine bestimmte Gegend gelten. Allerdings musste Eddy Brown zugeben, dass Outrage (englische schwullesbische Gruppe, die am RCA beteiligt war) keine Begrenzung auf Europa wollte, sondern dass es ihnen (als Gruppe, die eng mit J-Flag in Kontakt steht) von Anfang an darum ging, dass auf Jamaika nicht mehr gegen Schwule gehetzt wird.

Entsprechend sahen dann auch die Lösungsansätze aus. Eddy Brown sagte, er würde sich jederzeit zur Erarbeitung eines neuen Textes zusammensetzten. Auch Ulli Güldner und Klaus Maack plädierten für eine neue Vereinbarung. Insbesondere Ulli Gülder legte Wert darauf, das eine solche nur für Deutschland zu gelten habe und auch nur das enthält, was in Deutschland eh gilt: Das Verbot von einer Bühne zu Gewalt gegenüber Bevölkerungsteilen aufzurufen oder den Hass gegen eine solche Gruppe zu schüren. Bis es eine neue Vereinbarung gibt, werde sich Klaus Maack daran halten nur Künstler auftreten zu lassen, die den RCA unterschrieben haben, erklärte er.
Auch Klaus Jetz erklärte eine neue Vereinbarung für möglich.Allerdings unter anderen Bedingungen. Da der RCA völlig folgenlos gewesen sei, erwarte man nun um eine solche Erklärung und ihre Unterzeichner ernst nehmen zu können, eine klare Distanzierung von Gewalt gegen Schwule und Lesben. Diese Distanzierung müsse von den Künstlern auch in Jamaika vertreten werden und nicht nur eine billige Möglichkeit für die sein ungestört Konzerte in Europa durch führen zu können. Gefordert sei also eine ernst gemeinte und ernst zunehmende Äußerung, die sich zu früheren Texten der Künstler verhalte.
Ulli Güldner hält all diese Forderungen für unrealistisch.
Allerdings stellte Volker Beck fest, dass zur Solidarität mit Opfern von Menschenrechtsverletzungen auch gehöre, mit den Tätern von Menschenrechtsverletzungen explizit unsolidarisch zu sein. Das heißt es sei auch ein Akt der Solidarität mit Opfern homophober Gewalt Menschen, die zu dieser Gewalt aufrufen oder sie verherrlichen das Leben schwer zu machen. Konzerte nicht ungestört stattfinden zu lassen, ist also auch dann ein politisches Ziel, wenn es nicht zu einer, von Ulli Gülder als unrealistisch eingeschätzten Vereinbarung mit den Künstler, führt.

P.S. Ein beliebte Rechtfertigung ist es, so zu tun als ginge es nur um alte Lieder -Jugendsünden quasi -mit denen die Künstler überhaupt nichts mehr zu tun hätten. In diesem Zusammenhang leugnete Eddy Brown auf der Veranstaltung vehement, dass auf der offiziellen Homepage von Sizzla noch das Lied „Na Apologize“ zu finden sei. Um zumindest diesen Streit kurz zu klären, hier ein Screenshot der Seite vom 26.02.2010:

Auch andere berichten und diskutieren über die Veranstaltung. Wobei es wir immer bei solchen Angelegenheiten erscheint, als seien nicht allle, die berichten, auf derselben Veranstaltung gewesen:
taz: Anschreien statt mitsingen
Neues Deutschland: »Hass-Reggae«
Die Grenzen der Kunst

Reggae-Town

  1. Eine Kampagne aus dem letzten Jahr, die zum Ziel hat im Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes auch die BEnachteiligung aufgrund der „sexuellen Identität“ mit zubenennen. [zurück]
  2. Jamaica Forum for Lesbians, All-Sexuals and Gays [zurück]
  3. Ich habe festegestellt, dass einige wohl den Begriff „kapitalistisch“ als Reizwort empfinden bzw. mißverstehen. Es handelt sich dabei nicht um eine moralische Bewertung, sondern lediglich um die Feststellung, das Clubs, Konzertveranstalter und auch die Künstler gewinnorientiert arbeiten. Sie also die Konzerte nicht als Hobby machen, sondern weil sie damit Geld verdienen. [zurück]
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http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/27/bericht-von-der-podiumsdiskussion-in-der-kulturbrauerei-am-23-02-2010/feed/
Podiumsdiskussion in Berlin http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/24/podiumsdiskussion-in-berlin/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/24/podiumsdiskussion-in-berlin/#comments Wed, 24 Feb 2010 13:58:58 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/24/podiumsdiskussion-in-berlin/ Am 23.Februar 2010 fand im Berliner Kesselhaus eine Podiumsdiskussion statt, die den vom Kesselhaus aufgrund der kurzfritstigen Absage des dortigen Sizzla-Konzertes angemahnten Dialog darstellen sollte. Auf dem Podium waren Volker Beck als menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, Klaus Jetz vom LSVD und als Vertreter der „Reggae-Community“ Klaus Maack (Konzertveranstalter), Eddy Brown (Manager) und Ulli Güldner (Journalist u.a. für die Riddim).

Aufgrund der Entfernung konnten wir die Veranstaltung nicht besuchen – haben uns allerdings auch nicht viel neues Impuls davon erwartet. Trotzdem freuen wir uns in den nächsten Tagen hier einen Bericht von der Veranstaltung veröffentlichen zu können, der uns zugesagt wurde.

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http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/02/24/podiumsdiskussion-in-berlin/feed/
Beiträge anderer http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/13/beitraege-anderer/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/13/beitraege-anderer/#comments Wed, 13 Jan 2010 17:41:43 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/13/beitraege-anderer/ Im Rahmen des Protestes gegen das Sizzla-Konzert im U-Club im November 2009 ist eine Videodokumentation entstanden.

Ein weiterer Artikel über die Deutschland-Tour von Sizzla ist bei „exit“ online gestellt.

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http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/13/beitraege-anderer/feed/
Offener Brief an die Betreiber des U-Clubs http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/10/offener-brief-an-die-betreiber-des-u-clubs/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/10/offener-brief-an-die-betreiber-des-u-clubs/#comments Sun, 10 Jan 2010 22:51:22 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/10/offener-brief-an-die-betreiber-des-u-clubs/ Liebe Betreiber des U-Clubs,

wir haben mit Interesse eure Stellungnahme „Respect – Dancehall against Discrimination and Intolerance“ zur Kenntnis genommen. Doch es sind nach dem Lesen bei uns noch einige Fragen offen geblieben.

Unglaubwürdig

Es fällt zunächst auf, in welchem Kontext dieses Schreiben erschienen ist. Nicht etwa nach den zahlreichen Protesten bei früheren Konzerten homophober Sänger, sondern erst jetzt nachdem es eine größere Öffentlichkeit gab, sich ein breites Bündnis zum Protest zusammen gefunden hat und die Kampagne „U-Club dichtmachen“ gestartet wurde. Der Druck der Öffentlichkeit hat also das geschafft, was in der Vergangenheit nicht gelang. Wirklich ernst zu nehmen ist das Statement allerdings nicht. Vielmehr soll damit der berechtigten Kritik an der Auftrittspolitik des U-Club und dessen aktive Unterstützung homophober Musiker der Wind aus den Segeln genommen werden, genau wie diverse Künstler den RCA (Reggae Compassionate Act) nur unterschrieben haben, um Auftrittsverboten zu entgehen und nicht, weil sie ihre Einstellung zu Homosexualität geändert haben. Es stellt sich die Frage, warum der U-Club bisher keine Äußerung verlautet hat, obwohl die Kritik durchaus bekannt war.
Das Statement ist eine genauso verzweifelte wie wirkungslose Bemühung die Kritik ins Leere laufen zu lassen wie der Versuch, mit Drohungen den kritischen Blog uclubdichtmachen.blogsport.de sperren zu lassen. Wo bleibt da eigentlich die viel zitierte Meinungsfreiheit, für die hunderte Reggaefans im WZ-Forum gestimmt haben?

Uneindeutig

Das Logo der Stellungnahme ist, so schön es auch sein mag, ziemlich unglücklich gewählt, hat es doch rein gar nichts mit Homophobie oder Sexismus zu tun. Ebenso kommt in dem Namen nichts dergleichen vor.
Was mit „Respect“ gemeint ist, ist uns ebenfalls schleierhaft. Meint ihr Respekt vor der „freien Meinung“, wie aus dem letzten Satz der Stellungnahme hervorgeht? Oder soll man Respekt vor der Homophobie einer „anderen Kultur“ haben und sie aus dem Grund tolerieren? Oder meint ihr vielleicht doch, dass Respekt gegenüber Schwulen und Lesben angebracht wäre? Das wird überhaupt nicht klar aus euren Formulierungen.
Wahrscheinlich liegt die Wahl eines „neutralen“ Logos daran, dass ein positiver Bezug auf Schwule ähnlich geschäfts-schädigend wäre, wie der Ruf als homophobe Location.

Unsinnig

In den ersten Zeilen ist die Rede von einem „Missverständnis“, was uns sehr überrascht hat. Es gibt kein Missverständnis. Der U-Club unterstützt homophobe Sänger, in dem er ihnen die Möglichkeit gibt dort aufzutreten. Im U-Club wurden bisher Battyman-Tunes aufgelegt. Worin soll da das Missverständnis bestehen?
Es reicht nicht, diesen Sängern zu sagen, sie sollen keine homophoben Sachen performen. Wenn bekannte homophobe Songs gespielt werden, wird auch beim Auslassen der entsprechenden Zeilen der Hass auf Homosexuelle reproduziert – unter anderem dadurch, dass das Publikum die betreffenden Stellen im Song einfach mitsingt. Dass der U-Club eine gewaltfreie, tolerante, und respektvolle community1 ist, bleibt wohl ein naiver Traum, erinnert man sich an die sexistischen und homophoben Beleidigungen von Seiten der Konzertbesucher_innen2 gegenüber Kundgebungs-teilnehmer_innen und den Vorfall während des Langen Tisches in Wuppertal, wo U-Club-Besucher_innen Menschen am Stand der Aids-Hilfe bedrohten und mit Capleton-Zitaten verbal angriffen. Capleton hatte wenige Monate zuvor im U-Club gespielt. Es ist einfach lächerlich zu schreiben, in der U-Club-Community seien nur friedliche Reggae-Fans. Ihr würdet doch auch nicht glauben, dass alle Fans von Gospel-Musik per se gewaltfrei und tolerant sind.
Uns würde schwer interessieren, was ihr unter Gewalt versteht. Der Aufruf zum Mord an Schwulen scheint offensichtlich nicht dazu zu gehören, sonst hätte eure gewaltfreie, tolerante und respektvolle community sicherlich schon was dagegen unternommen. Wenn ihr mit Gewalt körperliche Gewalt und Schläge meint, so findet diese zumindest ihre verbale Entsprechung, wenn nicht sogar ihren Anfang, in den Texten, der von euch mit aller Hingabe verteidigten Künstler. Gewalt beginnt schon beim Wort und nicht erst beim Schlag. Das physische Gegenstück „metaphorischer“ Gewaltausbrüche ist auf Jamaika und leider in weiten Teilen der Welt blutige Realität.
Was meint ihr eigentlich, wenn von Toleranz die Rede ist? Gegenüber Menschen tolerant zu sein, die anderen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung die abscheulichsten Gewalttaten androhen, halten wir für ziemlich paradox und absolut verrückt. Diese Leute leben nicht nur ihre Intoleranz, sondern propagieren sie mit ihren Liedern und fordern sie auch noch von Anderen ein.

Unüberlegt

Zu sagen man lehne „Rassismus, Sexismus und Homophobie“ ab ist leicht, besonders wenn man sich keine großen Gedanken dazu macht.

Was versteht ihr unter dem Begriff Rassismus?
Unsere Definition von Rassismus ist das Einordnen von Menschen in Kategorien aufgrund ihrer vermeintlichen Abstammung. Wir sprechen jedem Menschen die gleiche Vernunft zu und wollen dass alle Menschen die gleichen Freiheiten haben, um ein schönes Leben zu haben. Das bedeutet auch, dass man gegen jede Intoleranz vorgehen muss, egal von wem sie ausgeübt wird.

Was versteht ihr unter dem Begriff Sexismus?
Sexismus ist die Zu- bzw. Abschreibung von Fähigkeiten und Eigenschaften auf Grundlage des wahrgenommen
Geschlechts einer Person. Hierbei ist es zunächst egal, um welches Geschlecht es sich handelt, doch ist der Sexismus, der Frauen betrifft, viel stärker und diskriminierender. Weiblichkeit wird in den Gesellschaften per se als schwach, unterlegen und damit minderwertig definiert, was sich für die betroffenen Frauen ziemlich repressiv auswirkt.
Gerade im Musik- und Party-Kontext manifestiert sich Sexismus, indem Frauen als schmückendes Beiwerk angesehen werden, sei es als leicht bekleidete Backgroundsängerinnen oder als Bedienung, die nach Aussehen eingestellt wird und von den männlichen Partygästen auch entsprechend behandelt wird. Einige Gespäche mit weiblichen Angestellten (oder ehemaligen Angestellten) des U-Clubs überzeugen einen schnell, dass die Ablehung von Sexismus seitens der U-Club-Betreiber nichts mit der Realität im U-Club zu tun hat. Z.B. findet eine Mitarbeiterin des U-Clubs keinen Ansprechpartner vom U-Club, wenn sie von männlichen Clubbesuchern belästigt wird.

Was versteht ihr unter dem Begriff Homophobie?
Für uns beruht Homophobie auf der Festlegung, dass Heterosexualität als das Normale angesehen wird und Abweichungen von dieser Norm als falsch und unnatürlich. Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Festlegung von Heterosexualität als Norm, der daraus resultierenden Abwertung von Homosexuellen und schließlich dem Mord an schwulen/lesbischen/queeren/trans* Menschen. Die Verwendung des Begriffs „schwul“ als Beleidigung ist homophob. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob die sprechende Person sich selber als homophob oder sexistisch wahrnimmt oder nicht; es reicht, die genannten Dinge als Abwertungen für eine andere Person zu benutzen.

In der Stellungnahme wird mit Zitaten von Bob Marley auf einen friedvollen Reggae Bezug genommen. An den Zitaten ist nicht viel zu kritisieren, doch ist es seltsam, das keine Statements von Sizzla zu lesen sind, der ja in letzter Zeit viel mehr mit dem U-Club zu tun hatte als Bob Marley. Des Weiteren hat Bob Marley herzlich wenig mit Dancehall zu tun und die Stellungnahme steht ja unter dem Motto „Dancehall against Discrimination and Intolerance“.

Unausgegoren

Wie so oft in der Diskussion um Reggae und Homophobie wird auch in der Stellungnahme wieder darauf Bezug genommen, dass die Gewalt nur metaphorisch gemeint sei. Auf dieses Argument gehen wir schon in unserem Aufruf ein.
Trotzdem hier noch einmal kurz: Schwule, Lesben, Transgender und queere Menschen werden real und nicht metaphorisch umgebracht. Auch metaphorischer Schwulenhass ist homophob. Wo bleibt denn da eure angebliche Ablehnung von Homophobie? Metaphorische Homophobie lehnt ihr nicht ab?
Die Sound Systems können sich gerne verbal oder real verbrennen und mit Steinen bewerfen und im „ewigen Höllenfeuer“ schmoren lassen. Aber tragt euren „Clash“ doch aus, ohne dass gesamtgesellschaftlich diskriminierte und von Gewalt betroffene Gruppen dafür benutzt werden. Warum muss es in der „Clash-Kultur“ gegen Schwule gehen? Machen diese auch einen Sound und alle werfen auf sie, weil ihre Musik so schlecht sind?

Undiskutabel

„…und wir hören sie nicht, weil sie homophop ist (und das ist auch nur ein sehr kleiner Ausschnitt des Reggae und Dancehall) sondern weil wir die Musik lieben.“
Dazu sei gesagt, dass wenn ein Song aus dem Zusammenspiel von Instrumenten und Gesang besteht, der Text ein untrennbarer Teil der Musik ist.
Mit dieser Begründung kann man auch Nazibands spielen lassen, wenn man die Musik toll findet. Viele Besucher_innen des Sizzla-Konzerts sagten, sie hören Sizzla trotz seiner Gewaltaufrufe und sagten zugleich, eine Naziband würden sie sich aus inhaltlichen Gründen nicht anhören. Daraus folgt für uns zwangsläufig, dass diese Besucher_innen des U-Clubs eben kein Problem mit Homophobie haben – bestenfalls ist ihnen Schwulenhass egal, aber von einer Ablehnung der Homophobie kann keine Rede sein.
Außerdem ist Homophobie kein besonders kleiner Teil des Dancehalls. Nach unserem Wissen gibt es kaum Partys auf denen keine Battyman-Tunes laufen.

Unaufgeklärt

Häufiges Stichwort und auch in dem Statement wieder auftauchend ist die „Kultur“. Demnach würde die jamaikanische Kultur Homophobie beinhalten, was man aus europäischer Sicht nicht beurteilen dürfte. Wir halten die Rechtfertigung von Homophobie mit einer Kultur für zynisch. Ist es Teil der Kultur eines jamaikanischen Schwulen sich lynchen zu lassen?
Wie kommt man darauf, den Mord an Menschen mit dem Verweis auf „deren Kultur“ im besten Fall zu ignorieren, im Schlimmsten durch die Auftritte von Schwulenhassern zu unterstützen? Meinungsfreiheit ist schon eine tolle Sache, hat aber Grenzen. Lynchmord ist keine Meinung und nicht wegen der kulturellen Herkunft zu akzeptieren oder zu reproduzieren.

Unaufmerksam

„Wer heute bei Battyman-Tunes mitsingt, könnte sich daher morgen fragen, was mit Brian Williamson passiert ist, einem Mitgründer vonJ-Flag (Jamaican Forum of Lesbians, All-Sexuals and Gays). Er wurde 2004 umgebracht.“
Es ist schon mal ein Fortschritt, das die Ermordung eines Homosexuellen in dem Text des U-Clubs einen ganzen Abschnitt bekommt, doch ist die vorsichtige Formulierung auffallend. Wenn man solche Battyman-Tunes mitsingt, KÖNNTE man sich nicht fragen, was mit diesem Homosexuellen passiert ist – man MUSS sich dies fragen. Auch wenn man solche Songs nur hört, dazu tanzt, die Freund_innen sie mitsingen, muss man sich damit auseinandersetzten.


Unbelehbar

Im nächsten Absatz ist die Rede von Alternativen zu Auftrittsverboten. Das heißt es wird gefragt, wie man die beliebten Sänger doch noch auf die Bühne holen kann, ohne das die Konzerte durch Homophobie-Vorwürfe behindert werden. Nach dem U Club sollten von den Clubs klare Vereinbarungen mit den Künstler_innen getroffen werden.
Die bisherige Praxis im U-Club war, dass Antigay-Songs gespielt werden dürfen. Sizzla hat mindestens zwei Mal einen solchen Song performt und dabei lediglich die entscheidenden Zeilen weggelassen. Diese wurden dann aus dem Publikum mitgesungen. Ist diese Praxis das, was ihr mit „einer klaren Vereinbarung“ meint?
Zu Beginn des Textes wird gesagt, „wir lehnen Homophobie ab“ und am Ende wird überlegt wie man am besten Künstler_innen, die offen Gewalt gegen Schwule propagieren, auftreten lassen kann. Ist es nicht absurd zu meinen, man könne mit einem homophoben Menschen eine „klare Vereinbarung“ treffen, dass er für zwei Stunden im U-Club nicht homophob ist? Er vertritt weiterhin diese Ideologie – auch wenn er auf der Bühne nichts explizit Schwulenfeindliches sagt. Sizzla dazu im Interview: „Das ist lediglich eine Strategie, meine Botschaft auch dort rüberzubringen, wo sie offen ausgesprochen den Kontext sprengen würde. (…) Bei einer Show wie heute Abend weiß ich, I have to just keep it clean…“

Eine wirkungsvolle Alternative zu Auftrittsverboten wäre es, diese Künstler erst gar nicht einzuladen.

Und nun?

Im Statement wird des Weiteren von den Soundsystems gefordert keine Battyman-Tunes aufzulegen. Was bedeutet dies in der Konsequenz im U-Club? Was ist mit Soundsystems, die für gewöhnlich Battyman-Tunes spielen? Zieht der U-Club Konsequenzen und lässt solche Soundsystems nicht im Club auflegen?
Was macht ihr, wenn ein_e DJ bei euch einen dieser Songs auflegt? Dreht ihr ihr/ _/ihm den Saft ab? Werft ihr sie/_/ihn dann raus? Werdet konkret!

Wir halten diese Stellungnahme für nicht ausreichend. Es erfolgt keine klare Positionierung und die praktischen Konsequenzen bleiben unklar. Wir fordern die Besucher_innen des U-Clubs auf, die Ernsthaftigkeit der Stellungnahme zu überprüfen, die Ohren zu spitzen und es bekannt zu machen, wenn weiterhin homophobe Songs aufgelegt werden.

Unsere Forderung bleibt angesichts dieser Stellungnahme weiter hin bestehen.
Mit freundlichen Grüßen
U-Club dichtmachen

  1. Dieses wie alle folgenden im kursiv gesetzten Zitate sind der Stellungnahme des U-Clubs „Respect – Dancehall against Discrimination and Intolerance” entnommen. [zurück]
  2. Der _ symbolisiert alle Personen, die nicht ins binäre Geschlchtersystem passen und soll verhindern, das sie in einer Sprache, die nur zwei Geschlechter kennt unsichtbar gemacht werden. MEhr dazu findet ihr bei Wikipedia unter „Gender Gap“[zurück]
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Amnesty-Bericht über Jamaika http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/09/amnesty-bericht-ueber-jamaika/ http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/09/amnesty-bericht-ueber-jamaika/#comments Sat, 09 Jan 2010 18:44:18 +0000 Administrator Allgemein http://uclubdichtmachen.blogsport.de/2010/01/09/amnesty-bericht-ueber-jamaika/ Zwei Auschnitte aus den Berichten von amnesty international über die Sitaution in Jamaika aus den Jahen 2008 und 2009:

Diskriminierung
Es gab zahlreiche gewalttätige Zwischenfälle, darunter auch Massenausschreitungen, gegen Menschen, die für homosexuell gehalten wurden. Am 8. April umstellte eine Menschenmenge eine Kirche in Mandeville und warf Gegenstände durch ein Fenster an der Rückseite der Kirche. Die Angriffe galten den von der Menge als homosexuell betrachteten Teilnehmern einer dort stattfindenden Beerdigungsfeier.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Aus dem ganzen Land wurden Fälle sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen gemeldet. Die Behörden unterließen es jedoch, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die HIV-Infektionsraten unter Frauen und Mädchen stiegen abermals an. HIV-positive Personen hatten unter Diskriminierung zu leiden.
Für einen Gesetzentwurf, der einen besseren Rechtsschutz von Frauen und Kindern gewährleisten sollte, stand Ende des Jahres 2007 noch die endgültige Zustimmung des Parlaments aus. Der Gesetzentwurf sah vor, Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen und härtere Strafen für Sexualdelikte einzuführen.“

aus dem Bericht von 2008
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Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist nach wie vor weit verbreitet. Gemäß den Polizeistatistiken wurden zwischen Januar und Oktober 2008 insgesamt 655 Frauen vergewaltigt. Ein Gesetzentwurf über sexuelle Delikte, der Frauen und Kindern, die Opfer sexueller Gewalt wurden, besseren Rechtsschutz gewähren sollte, war bis zum Jahresende noch immer nicht dem Parlament vorgelegt worden. Der Gesetzentwurf war 2007 fertiggestellt worden und bedeutete den Höhepunkt der 1995 mit dem Ziel begonnenen Bemühungen, die bestehende Gesetzgebung, die Frauen diskriminiert, neu zu fassen.

Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen
Immer wieder gab es Berichte darüber, dass aufgebrachte Menschenmengen Gewalt zumeist gegen Männer ausübten, die vermeintlich gleichgeschlechtliche Beziehungen unterhielten. Das wahre Ausmaß der Angriffe auf homosexuelle Männer blieb unbekannt, da Homosexualität als Tabu gilt und Betroffene nicht über Angriffe berichten, da sie befürchten, sonst in Gefahr zu geraten.
Im August wurde ein Molotow-Cocktail in ein Haus in Clarendon in Süd-Zentral-Jamaika geworfen. Das Haus wurde von zwei Männern bewohnt, von denen angenommen wurde, dass sie homosexuell seien. Als der Notdienst eintraf, hielt sich vor dem Haus eine kleine Menschenmenge auf, die das Geschehen begleitet von höhnischem Gelächter beobachtete. Einer der Männer erlitt Verbrennungen an 60% seines Körpers und musste drei Wochen lang im Krankenhaus behandelt werden. “

aus dem Bericht von 2009

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